Meia Praia mit Kindern: Der flache Strand, den Lagos selten bewirbt
Aktualisiert 31. August 2026 · 8 Min. Lesezeit
Die Strände, für die Lagos berühmt ist, sind kleine Buchten zwischen Felsen: Dona Ana, Camilo, Pinhão. Sie sind spektakulär, und sie haben mit Kindern drei Probleme – eine Treppe am Anfang, wenig Platz und bei Flut noch weniger davon.
Die Meia Praia ist das genaue Gegenteil, und sie steht deshalb selten auf den Postkarten. Rund viereinhalb Kilometer heller Sand, von der Marina bis fast zur Mündung bei Alvor. Keine Klippe, keine Treppe, kein Gedränge. Für Familien ist das nicht der zweitbeste Strand von Lagos, sondern der erste.
Warum das Wasser hier anders ist
Der Boden fällt flach und gleichmäßig ab. Beschreibungen sprechen davon, dass es rund dreißig Meter weit knietief bleibt – für Kleinkinder und unsichere Schwimmer ist genau das der Unterschied. Steine gibt es im Sand praktisch keine.
Dazu kommt die Lage: Die Landzunge der Ponta da Piedade nimmt der Bucht einen Teil der Dünung ab, deshalb liegt das Wasser hier häufiger ruhig als an der offenen Westküste. Der Strand trägt die Blaue Flagge.
Eine ehrliche Einschränkung: Warm ist der Atlantik hier nicht. Im Sommer liegt er um die zwanzig Grad, im Frühjahr deutlich darunter. Für einen Sprung ins Wasser ist das erfrischend, für ein Kind, das eine Stunde lang planschen will, ist es kalt. Ein Neoprenoberteil ist an diesem Strand keine Übertreibung, sondern der Grund, warum manche Familien länger bleiben als andere.
West oder Ost – das ist die eigentliche Entscheidung
Der Strand ist so lang, dass „Meia Praia“ als Ortsangabe fast nichts aussagt.
Das westliche Ende bei São Roque, direkt an der Marina, ist der Familienteil. Dort sind die Strandbars, die Toiletten, die Duschen, die Liegen – und dort ist auch die Rettungsschwimmeraufsicht am dichtesten. Sie läuft in der offiziellen Badesaison von Juni bis September. Liegen und Sonnenschirm kosten grob zehn Euro am Tag. Die Strandbars haben Toiletten und Kindergerichte; für einen ganzen Tag mit kleinen Kindern ist das die halbe Miete.
Das östliche Ende ist ruhiger, leerer und windiger. Genau deshalb ist es bei Kitesurfern beliebt: dort weht es beständig, und es gibt Platz zum Starten. Für kleine Kinder ist es der falsche Abschnitt – weniger Infrastruktur, längere Wege, und die Aufsicht wird nach Osten hin dünner. Wer die Ruhe sucht und größere Kinder dabeihat, ist dort richtig.
Kurz: Je kleiner das Kind, desto weiter westlich.
Hinkommen, mit allen Haken
Zu Fuß aus der Altstadt. Über die Fußgängerbrücke zur Marina, dann etwa zehn Minuten bis zum westlichen Strandende. Das ist der einfachste Weg und mit Kinderwagen problemlos.
Mit der kleinen Fähre. Im Sommer setzt am südlichen Ende der Hauptstraße ein Boot für rund einen Euro über den Kanal. Vom Anleger sind es noch etwa 300 Meter. Mit Kindern ist die Überfahrt der beste Teil der Anreise.
Mit dem Bus. Die Linie 2 fährt einen Rundkurs und hält am Strand. Einzelfahrt ab dem Busbahnhof 1,60 €, gut zwanzig Minuten – aber nur einmal pro Stunde und am Wochenende unregelmäßig.
Mit dem Zug – klingt besser, als es ist. Die Meia Praia hat einen eigenen Haltepunkt, vier Minuten vom Bahnhof Lagos. Klingt ideal. Tatsächlich halten dort nur etwa sechs Züge am Tag, im Abstand von rund zwei Stunden und einer Viertelstunde. Für einen Strandtag mit Kindern ist das kein Verkehrsmittel, sondern ein Glücksspiel.
Mit dem Auto. Entlang der M534 liegen vier Parkbereiche, jeder mit eigenem Holzsteg über die Dünen. Der letzte davon, gegenüber dem Iberostar, reicht knapp über die Hälfte des Strandes hinaus; der Rest ist nur zu Fuß erreichbar. Parkplätze gibt es reichlich, im Hochsommer aber trotzdem früh kommen. Je weiter östlich, desto leichter wird es.
Ein Hinweis, der überrascht: Hinter dem Strand verläuft die Bahnlinie. Es gibt nur zwei offizielle Übergänge – beim Duna Beach Club und über den Bahnhof. Nicht anderswo hinüber, auch wenn es kurz aussieht.
Was mitmuss
Schatten wächst hier nicht. Die Dünen sind niedrig, Bäume gibt es keine. Entweder ihr mietet einen Schirm am westlichen Ende oder ihr bringt einen mit – im Juli und August ist das die Entscheidung darüber, ob ihr bis zum Mittag bleibt oder bis zum Nachmittag.
Der Nordwestwind, der ab dem späten Vormittag auffrischt, bringt Sand mit. Am Vormittag ist es nicht nur wärmer im Windschatten, sondern auch angenehmer.
Zu Sonnenschutz bei Kindern: Das gehört in die Apotheke oder zum Kinderarzt, nicht in einen Reiseartikel.
Der Strandtag, der sich mit Lagos verbinden lässt
Die Meia Praia liegt so nah an der Stadt, dass sie sich gut als zweite Hälfte eines Tages eignet. Morgens die Landzunge, nachmittags flaches Wasser – das ist die Kombination, die mit Kindern am wenigsten Reibung erzeugt. Der Weg oben ist breit, eben und größtenteils stufenfrei; die Einzelheiten stehen in Ponta da Piedade mit Kinderwagen.
Wann das Wasser überhaupt erträglich warm ist und wann der Strand leer bleibt, steht in Beste Reisezeit für Lagos.
Und wenn ihr am selben Tag noch aufs Wasser wollt: Die kurzen Fahrten zur Landzunge dauern 75 Minuten und beginnen bei 16 € – die Auswahl steht bei den Bootstouren zur Ponta da Piedade. Alles, was Lagos sonst an Land zu bieten hat, sammelt die Seite Erlebnisse in Lagos: 38 Angebote, das günstigste ab 6 €.